Thementrack 6 - session 2
Thementrack 6 - session 2
Auf der Suche nach Musik – Zur Bedeutung von populärer Musik bei MTV Deutschland und VIVA -– Dr. Marcus S. Kleiner
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Der Vortrag fasst die Ergebnisse einer Studie zusammen, die Christoph Jacke (Uni Paderborn) und Marcus S. Kleiner (Uni Siegen) durchgeführt haben. Mitte Oktober wird sie unter dem Titel „Die Bedeutung populärer Musik in audiovisuellen Formaten“ als Buch erscheinen.
Ausgangspunkt: Analyse einer Woche im Musikfernsehen (KW29/2009 auf MTV/VIVA) + Experteninterviews mit Vertretern von MTV, Jamba, Musikwissenschaftlern und Musikproduzenten
Wie hoch ist der Anteil musikbezogener Formate im Programm?
29% MTV
52% VIVA
Das restliche Programm füllen Werbung für Klingel- und Videotöne sowie nicht-musikzentrierte Shows und Serien.
Welche Musik wird gespielt?
MTV: 20% Pop, 40% Poprock
VIVA: vice versa
Binnen einer Woche ereigneten sich auf beiden Sendern je rund 155 Formatwiederholungen. Nachrichten und andere journalistische Formate gibt es nicht mehr.
Hintergrund:
Das Musikfernsehen richtet sich vorrangig an AJO (allgemein jugendkulturell Orientierte, vgl. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun, 2003). Sie sind wenig in eine bestimmte Szene involviert, Hit-Sampler treffen ihren Geschmack. Somit verändert sich auch das Musikfernsehen: weg von der Musik, hin zu allgemeiner Unterhaltung. Und das neue Leitmedium Handy drängt ins Fernsehen, Musik ist nur noch Rofstoff für Klingeltöne.
These 1:
Das Musikfernsehen macht einen Strukturwandel durch. Es orientiert sich nicht mehr an Vergemeinschaftung von Musikfans oder Identitätsstiftung, sondern bekennt sich nun zu seiner wahren Rolle: Es war seit jeher allein eine Vermittlungsagentur für Musikwaren.
These 2:
Musikjournalismus findet nicht mehr statt im Musikfernsehen. Die informative Rolle von MTV/VIVA übernimmt mittlerweile das Netzradio ByteFM. Der Verlust des Musikjournalismus führt zur Erstarkung des Prosumers im Netz.
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Diskussion:
Ist der Tod des Musikfernsehen nicht paradigmatisch für das Fernsehen insgesamt?
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Der Vortrag fasst die Ergebnisse einer Studie zusammen, die Christoph Jacke (Uni Paderborn) und Marcus S. Kleiner (Uni Siegen) durchgeführt haben. Mitte Oktober wird sie unter dem Titel „Die Bedeutung populärer Musik in audiovisuellen Formaten“ als Buch erscheinen.
Ausgangspunkt: Analyse einer Woche im Musikfernsehen (KW29/2009 auf MTV/VIVA) + Experteninterviews mit Vertretern von MTV, Jamba, Musikwissenschaftlern und Musikproduzenten
Wie hoch ist der Anteil musikbezogener Formate im Programm?
29% MTV
52% VIVA
Das restliche Programm füllen Werbung für Klingel- und Videotöne sowie nicht-musikzentrierte Shows und Serien.
Welche Musik wird gespielt?
MTV: 20% Pop, 40% Poprock
VIVA: vice versa
Binnen einer Woche ereigneten sich auf beiden Sendern je rund 155 Formatwiederholungen. Nachrichten und andere journalistische Formate gibt es nicht mehr.
Hintergrund:
Das Musikfernsehen richtet sich vorrangig an AJO (allgemein jugendkulturell Orientierte, vgl. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun, 2003). Sie sind wenig in eine bestimmte Szene involviert, Hit-Sampler treffen ihren Geschmack. Somit verändert sich auch das Musikfernsehen: weg von der Musik, hin zu allgemeiner Unterhaltung. Und das neue Leitmedium Handy drängt ins Fernsehen, Musik ist nur noch Rofstoff für Klingeltöne.
These 1:
Das Musikfernsehen macht einen Strukturwandel durch. Es orientiert sich nicht mehr an Vergemeinschaftung von Musikfans oder Identitätsstiftung, sondern bekennt sich nun zu seiner wahren Rolle: Es war seit jeher allein eine Vermittlungsagentur für Musikwaren.
These 2:
Musikjournalismus findet nicht mehr statt im Musikfernsehen. Die informative Rolle von MTV/VIVA übernimmt mittlerweile das Netzradio ByteFM. Der Verlust des Musikjournalismus führt zur Erstarkung des Prosumers im Netz.
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Diskussion:
Ist der Tod des Musikfernsehen nicht paradigmatisch für das Fernsehen insgesamt?
- Das Fernsehen bleibt Spielfläche für Doku-Soaps und dergleichen. Das Fernsehgerät hat jedoch an Relevanz für junge Leute verloren – Handy und Computer sind die neuen Leitmedien.
Last changed by Rabea Weihser on 16/09/2009 at 16:59
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