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Thementrack 4 - session 6

Thementrack 4 - session 6

Externe VUT-Veranstaltung: “Musik im Internet - Nadelöhr Rechteerwerb”

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Teilnehmer:

Mark Chung, Geschäftsführer Freibank Musikverlag
Rudy Holzhauer, Geschäftsführer Progressive Musikverlag
Fred Casimir, CEO BMG Rights Management
Patrick Strauch, Managing Director Sony / ATV Germany Music Publishing (Germany)
Alexander Wolf, GEMA-Syndikus für internationale Rechtsfragen


Es ging nicht - wie man vom Titel her vermuten könnte - um die Frage, wie die Konsumenten im Internet Rechte erwerben können um legal Musik zu nutzen, sondern darum, wie die Vertriebsindustrie und die Verwertungsgesellschaften in Zeiten des Internets die Rechte von den Urhebern erwerben können.

... Mark Chung: Das betifft nur die 20% des Musikkonsums, die legal ablaufen. 80% sind Piraterie und über diesen Bereich muss man sich Gedanken machen statt darüber, wie man den kleinen legalen Bereich am besten verwaltet.


Kleine Verlage und Indilabels scheinen noch abzuwarten, an wen sie die Online-Rechte zur Wahrnehmung am besten übertragen sollen. Von der GEMA gibt es noch keinen Tarif dazu.

Allgemein wurde angesichts des sehr langsamen Aushandlungssystems der Vergleich mit Finanzämtern gezogen. Darum sei die deutsche Verwertungs-/Wahrnehmungsbranche zunehmend chancenlos auf dem sich schnell verändernden Weltmarkt.


Alexander Wolf sagte stellvertretend für die GEMA, dass schon seit der EU-Entscheidung 2005 zur Abschaffung der nationalen Monopole der Verwertungsgesellschaften die Vertretung des Weltrepertoires im eigenen Lande Geschichte sei. Mit dieser Realität müsse man leben und die Zeit sei auch nicht mehr zurückzudrehen.

Dann wurde diese Öffnungsentscheidung der EU gemeinsam von allen für absolut unsinnig erklärt. Die EU habe es Steve Jobs ersparen wollen, für einen paneuropäischen Download-Shop zu 27 Gesellschaften gehen zu müssen, um die Rechte zu klären. Erreicht wurde aber, dass nun jeder Interessent (auch Steve Jobs) in jedem Land der EU zu 27 Gesellschaften gehen muss.

Bsp.: Sehr naive Annahme der EU, dass nach der Öffnung bestimmte Genres wie Rock zu einzelnen Gesellschaften "hingravitieren" würden, zeige, wie wenig man in Brüssel von der Musikbranche verstehe.


Im Übrigen, so hieß es weiter, vertrete die GEMA die Online-Rechte noch heute weitgehend nicht. Grund dafür ist, dass seit der Anerkennung als neue Nutzungsart 1997 die wenigsten Mitglieder die entsprechende Änderung der Wahrnehmungsverträge unterschrieben hätten.

Wie gelangen die Rechte nun also an die einzigen beiden erfolgreichen Internet-Vertriebsportale iTunes und Nokia-Ovi-Music?

Die einzelnen Verlage, Gesellschaften und Künstler stehen bei iTunes auf der Matte und machen so schnell sie können Pauschal-Deals, weil sie weder warten wollen noch können, dass grundsätzliche Tarifeinigungen erreicht werden.

Das führt bei Freibank beispielsweise zur absurden Situation, dass über iTunes Gelder eingehen, bei denen man nicht nachprüfen kann, von wievielen Verkäufen sie stammen und wem im Freibank-Katalog sie zuzuordnen sind.

Es gibt also deutliche Ähnlichkeiten zu den Geschäftsabschlüssen mit Google bzw. YouTube, wo alle lieber heute einen Deal abschließen, der etwas weniger einbringt, als in einigen Jahren einen sauberen Tarif zu bekommen und bis dahin alles zu verpassen.
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Last changed by John Weitzmann on 18/09/2009 at 14:31

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