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Thementrack 4 - session 5

Thementrack 4 - session 5

c/o pop präsentiert: Werte 2.0, Netzkultur vs Geistiges Eigentum - Stefan Herwig

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Spotify: Widerspruch "keine Gewinnabsicht" und Chung: "Machen damit in Schweden mehr Umsatz als mit anderen Mechanismen".

Musik als Kulturgut begreifen, nicht nur als Konsumgut.

90% des Contents kommt von Kleinen, die Leute denken aber, dass File Sharing nur die Superreichen mit den "Koksnutten" schädigt. Ergo sollen alle auch freiwillig zahlen.

T. Renner sagt 90%, M. Chung sagt 75% des Umsatzes kommt von den Großen - so muss man die Schädigungsdebatte dann auch filtern.
(jw)

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Tim Renner (VUT)
Mark Chung (Freibank, VUT)
Micki Meuser (mediamusik e.V.)
Stefan Herwig (Dependent/Mindbase)
Lars Sobiraj (Gulli.com)
Christian Hulgard (Piratenpartei)


Positionen:

MC: Künstler müssen für ihre Arbeit vergütet werden.
LS: Sind wir noch im Mittelalter? Der BVMI fordert doch tatsächlich, Piraten den Netzzugang zu unterbinden
MM: Hat die Idee einen Wert? Vgl. Musikautoren mit literar. Autoren. Die Kreativen sind verhandlungsbereit und offen für neue Verwertungsmodelle
CH: Fordert ein Recht der Privatkopie auch im Netz, d.h. Tauschbörsen legalisieren
SH: Kein Raum ist weniger privat als das Internet. Das Netz als gesellschaftlicher Raum muss reguliert werden. Die Regulierungsmechanismen der Politik schießen weit über das Ziel hinaus, weil die Verantwortlichen keine Ahnung vom Netz haben. Man muss minimal-invasive Regelungen finden

Diskussion:

MM: Wie sollen junge Künstler von ihrer Arbeit leben? Will die Gesellschaft ihnen das ermöglichen?
CH: Geschäftsmodelle, die nicht mehr funktioniere, sollte man nicht unbedingt aufrecht erhalten.
Jeder Einzelne muss das für sich entscheiden, ob er zahlt oder runterlädt.
MM: Leben wir in einer kulturschaffenden Welt oder einer kommerziellen?
MC: Die Piratenpartie hat keine Ahnung davon, wie Kunst entsteht. Ihr Programm bezieht sich vornehmlich auf den Wissenschaftsbereich. Wissenschaftler leben von Staatsgeldern, Kunstschaffende nicht.
TR: Sollten Musiker Geld vom Staat erhalten? Stichwort: Kulturflatrate.
CH: Dass die Piratenpartei keine Ahnung von Kultur hat stimmt nicht. Das war vielleicht noch im Juni der Fall.

SH: Netzkultur kann und darf die kommerzielle Wertschöpfung nicht ablösen. Wir brauchen eine Straßenverkehrsordnung für den Umgang mit Musik im Netz.
TR: Ist illegales Downloaden menschliches Versagen? Soll also das Internet gesperrt werden?
MC: Wir brauchen keine technologische Lösung sondern ein Bewusstsein für die Konsequenzen unseres Handelns. Exkurs USA: 5 Mio Musiker-Myspace-Seiten, kommerzielle 105.000 Album-Veröffentlichungen, 102.500 davon haben die Herstellungskosten nicht reingespielt, nur 275 Künstler konnten 100.000 Exemplare verkaufen.
Konsumgewohnheiten bestimmen die Produktionsbedingungen. Ungehemmte Industrialisierung muss reguliert werden, sonst zerstört sie die Lebensbedingungen (vgl. Industrialisierung)
LS: Es gibt nicht nur die 4 Majors, denen das bisschen Download nicht weh tut. Die Verbände müssen transparent machen, dass mehr als 90 % der Musik von Indie-Labels kommen. Der BVMI macht aber 75% des Umsatzes!

TR: Der Wertewandel dauert zu lange!
SH: Die Netzkultur (resp. Piratenpartei) versteht nicht die Wertschöpfungskette in der Musikbranche, die aufrecht erhalten werden muss.

TR: Warum gibt es keine so einfache legale Flatrate wie etwa BitTorrent?
SH: Wie wenig ist uns Musik wert, wenn wir noch nicht mal 99 Cent oder 35 Cent (emusic) zahlen wollen.
LS: Es ist eine Generation herangewachsen, die nicht mehr gewohnt ist, für Musik zu zahlen, weil es lange keine Angeboten gab, die mit BitTorrent konkurrieren konnten.
TR: Christian, wärst Du bereit, für eine Musikflatrate im Monat 3,50 Euro auszugeben?
CH: Ja, klar.
TR: Mit 3,50 Euro im Monat könnten wir den gesamten Umsatz der Musikindustrie auffangen.
MM: Dann wäre der Verteilungsschlüssel das Problem, denn wieder würden die unbekannten Newcomer benachteiligt.
MC: Die Wirtschaft hat zu lange gebraucht, um die Bedürfnisse der Konsumenten zu befriedigen. Nur, es ist schwierig, die 3,50 durchzusetzen. Dafür müssen wir werben.

TR: Politik und InternetServiceProvider müssen sich auf eine Flatrate einigen.
LS: Entweder als Zwang für alle oder als zusätzliches Angebot

Zwei Modelle: Kultursteuer (Geld im Topf wird verteilt) oder Kulturflatrate über die ISP (Datenfluss bestimmt den Proporz)
SH: Formate wie DSDS oder MTV Cribs sind verhehrend für das Image der Musikindustrie, weil sie Reichtum vorgaukeln, der nicht allgemein exitiert

Es braucht mehr Modelle wie Spotify. Die Gelder kommmen auch bei den Indies an (MC).

(rw)


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Last changed by John Weitzmann on 18/09/2009 at 10:42

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    24/07/2009

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