Forum1 Abstract WolfgangSenges (de)
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Forum I:
Verwertungsgesellschaften & Rechtemanagement //
Collection Societies & Rights Management
- Abstract -
Wolfgang Senges, M.Sc.:
"Die GEMA-Vermutung als Markteintrittsbarriere"
[Auf ContentSphere findet Ihr hierzu einen ausführlichen Artikel].
Derzeit muss aufgrund der GEMA-Vermutung jedes Musikwerk der GEMA als deutscher Verwertungsgesellschaft gemeldet werden. Dies wurde bestätigt und wird gestützt von der gängigen Rechtsprechung in Deutschland.
Die GEMA-Vermutung besagt, dass aufgrund der Masse des von ihr repräsentierten Repertoires die Wahrscheinlichkeit hoch genug ist, um davon auszugehen, dass bei jeder Aufführung von Musik in Deutschland ein von der GEMA verwalteter Titel darunter sei.
Diese Annahme entspricht nicht den heute gegebenen Lizenzierungsmöglichkeiten. Wichtigster Vertreter sind die Creative Commons, sowie einige weitere Optionen neben einer GEMA-Lizenz.
Creative-Commons-Lizenzen werden von Download-Portalen wie Jamendo und teilweise bei starfrosch.ch genutzt. Sie werden von Netlabels eingesetzt. Sie werden verwendet von semi-professionellen Musikern und natürlich auch solchen, die Musik des Spaßes halber machen - Hobbymusiker.
Aber es gibt einen wichtigen Punkt: Potenzielle Lizenznehmer frei lizenzierter Werke wie TV, Radio und Produktionsfirmen vermeiden freie Lizenzen wegen der damit verbundenen zusätzlichen Verwaltung, die durch die Anmeldung bei der GEMA entsteht - egal, ob sie eine freie Lizenz verwenden oder nicht. Außerdem existieren bislang keine Tarife, die alle freien Lizenzen abdecken. Es dauert. Es verursacht zusätzliche Kosten. Es ist eine psychologische Barriere.
Die GEMA-Vermutung stellt daher eine Markteintrittsbarriere für Anbieter von frei lizenzierten Inhalten dar. Sie ist eine Behinderung der Künstler. Sie verringert das potenziell erreichbare Einkommen erheblich. Darüber hinaus stützt die GEMA-Vermutung sich selber, indem sie eine Barriere für Nicht-GEMA-Werke aufrecht erhält. Jeglicher Einsatz von frei lizenzierten Inhalten ist äußerst unwahrscheinlich - gleichgültig, welche Menge verfügbar ist. Somit bestätigt sich die GEMA-Vermutung selbst.
Was kann getan werden, um dieses Hindernis zu überwinden?
Man kann warten.
Besser ist es, sichtbar für alle aufzutreten. Verwertungsgesellschaften haben Pressesprecher. Sie haben Lobbyisten. Sie werden unterstützt von großen Konzernen - wie die Majors es noch sind. Was aber steht den Künstlern und Anbietern zur Verfügung, die mit freien Lizenzen arbeiten?
Es gibt jede Menge unabhängiger und einzelner Musiker, die freie Lizenzen nutzen, aber nicht sichtbar sind. Ihre Anzahl wächst kontinuierlich aufgrund niedriger Preise von Musik- und Produktionsequipment, das beste und wettbewerbsfähige Klangqualität ermöglicht.
Es gibt Netlabels und Sites wie Jamendo. Ihr wisst das. Blogger wissen es.
Was aber ist mit der Masse der Konsumenten?
... während der all2gethernow möchte ich mit Euch mögliche Lösungen finden und diskutieren.
Last changed by Wolfgang Senges on 06/09/2009 at 11:11
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